30.11.2022

Zu Besuch in Berlin | Kanadas Sozialdemokraten stärken Verbindungen zu Deutschland

Der Vorsitzender der kanadischen New Democratic Party (NDP), Jagmeet Singh, besuchte Anfang des Monats Berlin. Während der Reise trafen Singh und seine Delegation unter anderem hochrangige Mitglieder der SPD geführten Bundesregierung, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz. Der Besuch findet zu einem wichtigen Zeitpunkt für die Beziehungen zwischen Kanada und Deutschland statt. Angesichts der russischen Aggressionen, der zunehmenden Energiekrise und den wachsenden Lebensunterhaltungskosten, sowohl in Deutschland als auch in Kanada, ist das Interesse, die Beziehungen zwischen den Ländern zu vertiefen, neu erwacht.

Im November reiste der Vorsitzende der kanadischen New Democratic Party (NDP), Jagmeet Singh, zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung USA & Kanada nach Deutschland. Ziel der Reise war es, den transatlantischen Dialog zu intensivieren und sich über eine Reihe von Themen wie Energie, Wohnen und Klimaschutz auszutauschen.

Die NDP ist Kanadas sozialdemokratische Partei. Sie stellt aktuell die viertgrößte Fraktion im kanadischen Parlament und arbeitet im Rahmen eines sogenannten “Confidence and Supply Agreement” mit der liberalen Minderheitsregierung zusammen. Die Zusammenarbeit der beiden Parteien ist bis 2025 vorgesehen. Der charismatische Anwalt und Menschenrechtsaktivist Jagmeet Singh wurde 2017 zum Parteivorsitzenden gewählt. Begleitet wurde Singh auf seiner Reise von den NDP-Abgeordneten Heather McPherson, außenpolitische Sprecherin der NDP, Charlie Angus, Sprecher der NDP für den Bereich “Natürliche Ressourcen” und Anne McGrath, Geschäftsführerin der NDP.

Während seines Aufenthalts in Berlin traf sich die kanadische Delegation mit hochrangigen Mitgliedern der SPD geführten Bundesregierung. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt diskutierten Jagmeet Singh und seine Kolleginnen und Kollegen, wie man Arbeiterinnen und Arbeiter angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten auf beiden Seiten des Atlantiks entlasten kann. Zudem sprachen die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten beider Länder über einen tiefergehende Zusammenarbeit zwischen Kanada und Deutschland - insbesondere in den Bereichen der sauberen Energie und der Klimapolitik. 

Bei weiteren Treffen führte die Delegation außerdem Gespräche zum Thema Wohnen und insbesondere bezahlbares Wohnen. Neben Aktivistinnen und Aktivisten für bezahlbaren Wohnraum trafen sich die Abgeordneten mit der Berliner Staatssekretärin für Mieterschutz, Ülker Radziwill, und der Bundesministerin für Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung, Klara Geywitz.

Neben der Reihe an Gesprächen im kleineren Rahmen nahmen die Teilnehmer der Delegation auch an öffentlichen Diskussionsrunden und Veranstaltungen teil. Bei einer außenpolitischen Diskussionsrunde mit dem SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil sprach Jagmeet Singh über die Lage in der Ukraine. Einige Mitglieder der Delegation hielten zudem einen Vortrag zum Thema “Populism, Political Movements and Challenges for Democracy in Canada” an der Freien Universität Berlin, bei dem sie über den zunehmenden Rechtspopulismus in Kanada berichteten.

Für die kanadisch-deutschen Beziehungen fand der Besuch der NDP-Delegation zu einem wichtigen Zeitpunkt statt. Angesichts der russischen Aggressionen, der zunehmenden Energiekrise und den wachsenden Lebensunterhaltungskosten, sowohl in Deutschland als auch in Kanada, ist das Interesse, die Beziehungen zwischen den Ländern zu vertiefen, neu erwacht. Der persönliche Austausch über politische Inhalte und Strategien ist zudem eine wichtige Möglichkeit für Entscheidungsträger, Ideen und Ansätze zu entdecken, die im Leben der Menschen wirklich etwas ändern.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist dankbar für die Gelegenheit, diesen Austausch mit Singh und der NDP-Delegation fördern zu können.

“Unsere Reise nach Deutschland gab uns die Möglichkeit, uns mit unseren sozialdemokratischen Partnern über gemeinsame Prioritäten auszutauschen. Kanada muss die Beziehungen zu Staaten und Parteien mit den gleichen Werten weiter vertiefen und ich bin der Friedrich-Ebert-Stiftung dankbar für die Einladung nach Deutschland. Wir hatten sehr gute Gespräche über den Krieg in der Ukraine, die Unterstützung für die Menschen im Iran und die deutsch-kanadische Zusammenarbeit in einer sich verändernden geopolitischen Realität. Als Abgeordnete aus Alberta hat mir die Reise zudem erneut gezeigt, dass unsere Region das Potential hat, unsere Verbündeten weltweit mit sauberer Energie zu versorgen.” - Heather McPherson, kanadische Abgeordnete für Edmonton Strathcona

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